Dass die im Jahr 2001 im Lippstädter Bahnhof eröffnete Radstation schon lange die Grenzen ihrer Kapazität erreicht hat, wurde von neuem deutlich, als sich die Arbeitsgemeinschaft 60plus der Lippstädter SPD vor Ort einen Überblick über die beengte Situation verschaffte. „Es wird höchste Zeit, dass hier endlich etwas passiert“, lautete die Quintessenz des Leiters der SPD-Senioren, Karl-Heinz Tiemann.
Mehr Initiative verlangt 60plus

Eine Situation, die keine Momentaufnahme ist, sondern die fortwährende Inanspruchnahme dieser Einrichtung für viele Pendlerinnen und Pendler dokumentiert. Der hier abgebildete Teil der Radstation ist jener Anbau, der in 2011 in Angriff genommen wurde.
Foto: Karl-Heinz Tiemann
Erschwernisse
Derzeit werden im von der INI betriebenen Fahrradparkhaus in der Rixbecker Straße 2 insgesamt 170 Abstellplätze mit einer 24 Stunden umfassenden Video-Überwachung vorgehalten. Ebenso besteht in dem Gebäude eine Werkstatt mit Möglichkeiten für die Radpflege. Zur Palette der dortigen Angebote gehört überdies ein Fahrradverleih. Betreut wird dies alles von sechs Mitarbeitern, die zum Teil durch Inklusionsprogramme ihre Arbeitsplätze gefunden haben. Doch das Fassungsvermögen der Radstation reicht auch nach der in 2011 veranlassten und in der Folge vorgenommenen Erweiterung schon lange nicht mehr aus, erklärte der INI-Geschäftsführer Andreas Knapp, um den ungebrochenen Bedarf nach Parkplätzen für die Fahrräder zu erfüllen. Ein weiterer Blick auf den aktuellen Sachstand: Der Mitteilungsvorlage des Leiters für Stadtentwicklung und Bauen, Heinrich Horstmann, für die Sitzung des Umwelt, Bau- und Mobilitätsausschusses am Mittwoch, 28. August 2024, waren eine Darstellung der Situation und die Überlegungen mit möglichen Maßnahmen zur Optimierung des Umfeldes am Bahnhof Lippstadt zu entnehmen. Insbesondere entbrannte in der Sitzung des Fachausschusses im August des Vorjahres eine Diskussion mit Blick auf die angrenzende Heckenstruktur, wobei, so Tiemann, „nicht zuletzt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen durch ihre Beiträge die Aussichten einer raschen Erweiterung der Radstation unnötig erschwert hat“.
Erwartungen
Obendrein war der Information des Chefstadtplaners zur SPD-Inspektion abzuleiten, dass nach den Recherchen des Fachdienstes Bauverwaltung für das Projekt offenbar Fördermöglichkeiten gegeben sein sollen. „Sicherlich ein positives Signal, das so schnell wie möglich von der Stadt Lippstadt in Anspruch genommen werden sollte“, bewertet der Sozialdemokrat die Mitteilung aus dem Stadthaus. Parallel laufe ein Planverfahren, das eine neue, moderne Fahrradgarage südlich des Bahnhofs vorsieht, um weitere 200 Stellplätze mit Beleuchtung und Kontrolle per Video zu schaffen. Nach verschiedenen Erfahrungen aus dem Engagement der SPD-Gruppe „Vorfahrt für´s Fahrrad“ und dem „FahrradNetzWerk“, Zweig des Klimanetzwerks, hat sich bei Tiemann der Eindruck verfestigt, dass die durchaus berechtigten Interessen der Nutzerinnen und Nutzer von Fahrrädern in Lippstadt „nicht immer mit der notwendigen Nachhaltigkeit begleitet werden“. Dass dadurch Lippstadt bei den Erhebungen des ADFC (Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands keinen Spitzenrang erreicht, verwundert nicht sonderlich. Folglich sind die Erwartungen bei den örtlichen Protagonisten für eine Verbesserung der Situation für die Nutzerinnen und Nutzer von Fahrrädern groß, dass durch den im November im Stadthaus vollzogenen Wechsel im Bürgermeisteramt die Umsetzung der vom Umwelt-, Bau- und Mobilitätsausschuss angestoßenen Maßnahmen forciert wird.
Hans Zaremba
